Kleine Geschichte zu Bergedorf-West

50 Jahre Bergedorf-West 1969 bis 2019

 Wo heute Bergedorf-West steht, waren um 1960 noch die Äcker und Wiesen mehrerer Billwerder Bauern. Bereits 1962 hatte der Architekt Hans Ohlsen einen ersten städtebaulichen Entwurf vorgelegt, die Bergedorfer Bezirksversammlung stimmte dem Bauvorhaben Bergedorf-West im Dezember 1963 einstimmig zu. Wenige Monate später stellte die Bundesbahndirektion den Bau einer neuen S-Bahn-Station am Oberen Landweg in Aussicht.

Die Erschließung des Areals begann 1967 mit umfangreichen Ramm- und Gründungsarbeiten. Für das Projekt Bergedorf-West hatten sich mehrere Wohnungsbauunternehmen zusammengeschlossen, darunter die Deutsche Schiffszimmerergenossenschaft, die Freie Stadt GmbH und die Neue Heimat Nord. Die Federführung lag bei der Baugenossenschaft Bergedorf-Bille mit ihrem damaligen Geschäftsführer Werner Neben.

Ein Großteil der Wohnungen wurde 1969 zum ersten Mal belegt, doch die Bauarbeiten zogen sich noch mehrere Jahre hin. Die von der Bundesbahn zugesagte Haltestelle war am 28. Mai 1970 in Betrieb genommen worden.

Bescheidene Einkaufsmöglichkeiten wie ein kleinder Kiosk, eine Verkaufsbaracke sowie ein Verkaufswagen waren von Anfang an vorhanden. Mit der Eröffnung des Einkaufszentrums am Friedrich-Frank-Bogen im September 1969 waren diese Übergangslösungen hinfällig geworden. Der ebenfalls 1969 entstandene Hochhauskomplex am Ladenbeker Furtweg war von der „Freien Stadt GmbH“ errichtet worden Ab Mitte der 1980er-Jahre war dieser sanierungsbedürftig, so dass schließlich 1992 eine Sanierung von der inzwischen zuständigen SAGA umgesetzt wurde. Für 20 Mio. DM gab es neue Fenster, Fahrstühle und eine bessere Wärmedämmung. Schäden an der Fassade wurden beseitigt und der graue Anstrich durch farblich abgestufte Eternit-Platten ersetzt.

Neben diesen eher kosmetischen Maßnahmen investierte die Stadt ab 1995 im Rahmen einer „Brennpunktförderung“ rund 25 Mio. DM in Bergedorf-West. Hierdurch entstanden Mietergärten, Spielplätze und Grünanlagen; ebenso wurde das Stadtteilbegegnungszentrum „Westibül“ gefördert.

Im April 1977 gründete sich die Arbeitsgemeinschaft Bergedorf-West (ARGE). Neun Einrichtungen schlossen sich zusammen, um gemeinsam etwas für den eigenen Stadtteil zu tun. Die ARGE gab eine kleine Stadtteilzeitung heraus und eröffnete 1982 in einem ehemaligen Pavillon der Grundschule einen Treffpunkt – das P5.

Anwohnerinnen und Anwohner loben die gute Nachbarschaft und das Engagement der ARGE.

Für die Zukunft gibt es große Herausforderungen, sei es die Erneuerung des Einkaufszentrums, die attraktivere Gestaltung der Außen- und Grünflächen oder die Verbesserung der sozialen Infrastruktur. So soll nun ein neuer Anlauf unternommen werden, den Stadtteil zu fördern. Mit dem Rahmenprogramm der Integrierten Stadtteilentwicklung – kurz RISE – können in den nächsten Jahren Maßnahmen in Bergedorf-West umgesetzt werden.

Bewohner/innen und Akteure blicken also in diesem Jubiläumsjahr nicht nur auf die Vergangenheit, sondern richten den Blick auch auf die positiven Änderungen, die sich die nächsten Jahre ergeben sollen.

(Der Text ist größtenteils aus dem Beitrag von Christian Römmer im 2019 erschienen Lichtwarktheft entnommen. Vielen Dank an ihn und an Dietrich Pauly für die zahlreichen Informationen und Details!)

Ausstellung 50 Jahre Bergedorf-West und Erzählcafé

Ab 3. Mai, 14 Uhr

Veranstaltungsort:

Bürgerhaus Westibül (evtl. wandert die Ausstellung noch)

Veranstalter:

Arbeitsgemeinschaft Bergedorf West (ARGE)

Tel. 7395643

[email protected]

www.bergedorfwest.de